
Alerta! Noch eine neue Kolleg*in in der Werkstatt! Zumindest erstmal vorübergehend.
Als Krankheitsvertretung von Lukas Wunsch durfte ich Ende Oktober zum Team der Werkstatt dazu stoßen und könnte nicht glücklicher sein über die Gelegenheit! Denn nach Abgabe meiner Bachelorarbeit in der Soziologie im letzten August, ist das Andocken an die Werkstatt für mich eine regelrechte Punktlandung! Schon mein Praktikum im Studium verbrachte ich 2020 hier, fand die Arbeit extrem spannend und lernte sofort die Herzlichkeit und das kollegiale Miteinander lieben.
Dass ich bei ver.di und der Werkstatt gelandet bin, ist kein Zufall. Als gelernte Heilerziehungspflegerin war ich über 7 Jahre im Pflegebereich unterwegs. Ich brauch niemandem sagen, was da los ist. Die Notwendigkeit zu erkennen sich zusammen zu tun, um gemeinsam gegen die Ungerechtigkeit und Ausbeutung anzugehen (beziehungsweise den eigenen Job überhaupt auf Dauer durchhalten zu können), ist da nicht weit her. Die eine oder der andere von euch kennt mich außerdem vielleicht aus diversen politischen Kontexten hier in Düsseldorf und NRW, wo ich mich schon eine ganze Weile rumtreibe. Ich war unter anderem aktiv im Bündnis gegen das Versammlungsgesetz in NRW und im Krankenhausbündnis hier in Düsseldorf, hab Streikende im Streikzelt an der Uniklinik besucht und mich gemeinsam mit dem Bündnis für bezahlbaren Wohnraum für ein Recht auf Stadt eingesetzt. Natürlich ist besonders die Frage danach, wie wir dem voranschreitenden Rechtsruck und der wachsenden Ungleichheit etwas entgegenstellen können, eine die mich stark umtreibt. Sowohl beruflich als auch ehrenamtlich bin ich so praktisch mit der Nase darauf gestoßen, was für mich Kern dessen ist: Wie können emanzipatorische Strukturen aufgebaut und nachhaltig gestaltet werden? Wie können wir uns von der Basis aus solidarisch organisieren? Und jetzt kommt die nicht ganz so große Überraschung: So wurde mein Interesse an Organizing geweckt.
Aus meinem Praktikum bei der Werkstatt habe ich viel mitgenommen und im aktivistischen Alltag immer mehr Parallelen zu Organizing-Ansätzen gesehen. Auch in den sozialen Bewegungen gehört es dazu mit vielen unterschiedlichen neuen Menschen in Kontakt zu kommen, Themen zu finden, Gespräche zu führen und Treffen abzuhalten, um verbindliche Zusammenarbeit zu gestalten und sich gegenseitig solidarisch in Empowerment-Prozessen zu unterstützen. Wut-Hoffnung-Aktion ist dabei ein zentrales Element, was nicht als solches benannt wird, aber erkennbar ist in der Mobilisierung und Arbeit zu den allermeisten politischen Anliegen.
Ich freue mich sehr darauf, tiefer in den Kosmos des Arbeitskampfes einzutauchen! Mich juckt es schon sehr in den Fingern und ich bin gespannt darauf, noch mehr in den Austausch mit den Kolleg*innen in der hauptamtlichen Arbeit und besonders auch in den Betrieben zu kommen. Gerade jetzt ist stabile Gewerkschaftsarbeit wichtiger denn je. Ich bin auf jeden Fall ready und hab Bock mit euch was zu bewegen!
