Bella ciao

Ich verabschiede mich aus der Werkstatt Erschließung. Anfang Juni kehrt Kim Frew in ihre Stelle in der Werkstatt zurück und für mich endet dieses wunderbare Kapitel meiner Tätigkeit hier. Ich durfte lernen, ausprobieren, Kolleg*innen im Haupt- und Ehrenamt bei ihrer Arbeit und ihren Kämpfen unterstützen. Mir sind Menschen und ihre Träume einer gerechteren Arbeits- und damit Lebenswelt ans Herz gewachsen und ich werde aus ein wenig Entfernung beobachten, was aus ihrer Stärke wird. Meinem großartigen Team, den Fachbereichskolleginnen und allen Aktiven danke ich von Herzen für die Unterstützung, das Vertrauen und die vielen gemeinsamen Stunden.
Der Abschied fällt schwer. Das Team der Werkstatt ist ein Hort kluger, warmherziger und solidarischer Kolleg*innen. Wir bleiben verbunden, versprochen. Meiner lieben Kollegin Kim wünsche ich einen guten Wiedereinstieg. Ich habe mein Bestes gegeben, dich zu vertreten. Mit deinem Wissen und deiner Begeisterung wirst du sicher nahtlos anknüpfen und neue Impulse setzen.

Für mich öffnet sich jetzt ein neues Kapitel in der sich stetig weiterentwickelnden ver.di-Welt: Der NRW-Landesfachbereich A (Finanzdienste, Kommunikation und Technologie, Kultur, Ver- und Entsorgung) hat erstmals eine eigene Organizing-Projektstelle geschaffen – und ich habe die Ehre, diese Rolle einzunehmen. Dass dieser Fachbereich als erster in NRW den Mut beweist, Organizing auf Landesebene systematisch zu verankern, zeigt, wie groß die Dynamik und der Innovationswille bei ver.di sind. In meiner neuen Rolle werde ich die Brücke schlagen zwischen den unterschiedlichen Berufsgruppen, die im FB A versammelt sind: Müllwerker*innen, Versicherungsangestellte, Drucker*innen, Journalist*innen und viele mehr. Jede dieser Gruppen bringt ihre ganz eigenen Anliegen, Herausforderungen und Erfolgsgeschichten mit – und genau hierin liegt die Stärke unseres Ansatzes.

Organizing bedeutet für mich weit mehr als bloßes Vermitteln von Kenntnissen: Es ist das bewusste Schmieden von Gemeinschaft, in der aus der Summe individueller Erfahrungen eine gemeinsame Kraft entsteht. Ich werde Teil davon sein dürfen, die Beschäftigten zu empowern Strategien zu entwickeln, Probleme anzupacken und Erfolge erlebbar zu machen. Ob wir nun mit Müllwerkerinnen Arbeitsschutz-Standards anheben, Versicherungsangestellte im digitalen Wandel begleiten oder Journalist*innen in ihrer tarifpolitischen Durchsetzung unterstützen – überall sollen nachhaltige Netzwerke wachsen, die auch über einzelne Aktionen hinaus wirksam bleiben.

Als verbindendes Element dient dabei die Organizing-Methode selbst: Wir schaffen Strukturen, in denen jede Stimme zählt, Entscheidungen demokratisch getroffen und Erfolge gemeinsam gefeiert werden. Interne Ressourcen werden gebündelt, Aktive in den Betrieben erhalten neue Werkzeuge an die Hand, und der Austausch zwischen den Berufsgruppen fördert innovative Lösungsansätze. Ich freue mich schon darauf, gemeinsam mit einem motivierten Team diesen Wandel voranzutreiben, mein Know-how einzubringen und mit Herzblut dafür zu sorgen, dass unsere Kolleg*innen ihre kämpferischen Ziele erreichen – und dabei über sich hinauswachsen. Denn eins ist klar: Wer sich organisiert, kann bewegen. Und dieser Bewegung möchte ich meinen ganz eigenen Schwung zur Verfügung stellen.

Es bleibt spannend. Her mit den Herausforderungen.

Glück auf
eure Lisa